Die diskursive Aushandlung von Transdisziplinarität. Projektkommunikation im Spannungsfeld von transdisziplinärem Anspruch und disziplinären Rahmenbedingungen


Zentrale Fragen


Wie einigen sich Wissenschaftler_innen verschiedener Fächer auf ein gemeinsames Vokabular, wenn sie in einem Projekt zusammenarbeiten wollen? Brauchen sie so etwas überhaupt?

Wie einigt man sich beim Antragschreiben darauf, was gemacht wird – also welche Methoden die wichtigen und richtigen sind?

Wie wird interdisziplinär Wissen erzeugt – was ist also der Mehrwert, wenn verschiedene Fächer gemeinsam an einem wissenschaftlichen Problem arbeiten?

Vorgehensweise und Ergebnisse


In diesem Projekt haben wir unter anderem die E-Mail-Korrespondenz rund um die verschiedenen Antragsversionen untersucht, mit deren Hilfe die Darmstädter Physiker und Politologen ihr Projekt beantragt hatten. Zusätzlich haben wir mit allen Beteiligten Interviews darüber geführt, wie sie diese gemeinsame Antragsphase erlebt haben. Dieses Material haben wir vor allem textlinguistisch ausgewertet und uns z.B. verschiedene Beteiligungsrollen oder kollaborative Formulierungsprozesse angeschaut. Es zeigte sich, dass alle Beteiligten sehr stark aus ihrer disziplinären Perspektive argumentieren. Wechselseitiges Vertrauen in die Kompetenz des Projektpartners ist also schon von Anfang an wichtig – dann erst kann damit begonnen werden, an einer „gemeinsamen Sprache“ zu arbeiten. Dabei müssen alle Beteiligten eigene Wissenslücken ebenso aushalten wie bereit sein, vom anderen zu lernen (Interviewzitat: „Also das, denke ich, ist noch ein laufender Prozess, also ich bin mit den Begriffen jetzt etwas befreundeter, aber … ich kann nicht sicher mit denen umgehen.“). Vorurteile gegenüber dem anderen Fach müssen jedenfalls überwunden werden, will man erfolgreich zusammenarbeiten (Interviewzitat: „Physiker haben einfach nicht die Sensibilität dafür, wie bedeutsam Begriffe in sozialwissenschaftlichen Disziplinen sind.“).

Kontakt


Technische Universität Darmstadt

Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft

Besucheradresse:
Landwehrstraße 50A
Gebäude S4|23
64293 Darmstadt

Postanschrift:
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt

Formalia


In einem abgeschlossenen Projekt haben wir, Ekaterina Zakharova und Nina Janich, uns beschäftigt mit dem Thema: „Die diskursive Aushandlung von Transdisziplinarität. Projektkommunikation im Spannungsfeld von transdisziplinärem Anspruch und disziplinären Rahmenbedingungen.“ Es wurde drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und begleitete ein interdisziplinäres Projekt von Physikern und Politologen an der TU Darmstadt.

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