Arthurische Pferde als Bedeutungsträger. Eine Fallstudie zu ihrer digitalen Klassifizierung


Übersicht


Pferde sind in der Literatur des Mittelalters allgegenwärtig. Insbesondere das Schlachtross des Ritters ist ständig präsent und auch sprachlich ein fester Bestandteil des Ritters – das Wort hat sich aus dem ‚Reiter‘ entwickelt. In ihrer Dissertation hat sich Luise Borek mit den Pferdedarstellungen in mittelhochdeutschen Artusromanen beschäftigt und untersucht, in welchen Kontexten sie in den Romanen auftreten und welche Bedeutung ihnen darin jeweils zukommt.

Dabei kommt ein Modell zum Einsatz, das jeweilige Vorkommen so annotiert, dass sie standardisiert erfasst werden können. Die Grundlage dazu bilden Editionen der verschiedenen Artusromane, die bisher noch nicht digital zitierfähig vorliegen. So wurde ein Modell zur Darstellung von Bedeutungen und deren Beziehungen skizziert, das auch in anderen Kontexten Verwendung finden kann.

Vorgehensweise


In einem ersten Schritt wurde zunächst erarbeitet, wie Pferde in der erzählenden Literatur des Mittelalters dargestellt werden. Es gibt neben dem ritterlichen Schlachtross z.B. auch reine Reitpferde, Pack- oder Kutschpferde. Zusätzlich lässt sich nach der Qualität der Pferde differenzieren, so etwa der minderwertige Klepper. Auch Farbe, Fellzeichnung oder Herkunft von Pferden werden häufig hervorgehoben. Hinzu kommen die verschiedenen Situationen, in denen Pferde überhaupt auftauchen, beispielsweise der Kampf auf oder die Pflege von Pferden.

Nachdem die entsprechenden Kategorien erarbeitet wurden, konnte ein Modell für ein passendes Markup erstellt werden. Das ist die Textauszeichnung (Annotation) relevanter Textstellen mittels XML/TEI.

In einem nächsten Schritt wurden die verwendeten Annotationen exemplarisch mit anderen verfügbaren Ressourcen verbunden, die zusätzliche Informationen liefern können. Mittels sogenannter Linked-Data-Verfahren sind diese Informationen auch für den Computer ‚sinnvoll‘, sodass sie nicht nur leichter auffindbar sind, sondern auch automatisch erweitert werden können.

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Formalia


Die abgeschlossene Dissertation zu Arthurischen Pferden als Bedeutungsträgern wurde von unserer Mitarbeiterin Luise Borek geschrieben. Sie hat ihre schriftliche Arbeit im Januar 2017 abgegeben und im darauffolgenden März erfolgreich die Disputatio und Verteidigung der Dissertation bestritten. Nun muss die Arbeit nur noch veröffentlicht werden; die Publikation befindet sich momentan in der Vorbereitung.

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