Exkursion zum Studienkolleg und Fachsprachenzentrum der Leibniz Universität Hannover (18.05.2018)


Im Rahmen des Seminares „Tätigkeitsfelder DaF/DaZ - Mehr als unterrichten“, unter der Leitung von Frau Prof. Britta Hufeisen, Frau Sandra Sulzer und Herrn Lennart Bartelheimer, wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Sommersemester 2018 die Möglichkeit geboten, durch mehrere wissenschaftliche Exkursionen interessante Einblicke in die praktische Tätigkeit von Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Germanistische Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt DaF/DaZ“ zu erhalten.

Diese attraktive Gelegenheit ließen sich zahlreiche Studierende der Germanistik am 18.05.2018 nicht entgehen und begaben sich nach Hannover, um am Beispiel der Leibniz Universität hautnah mitzuerleben, wie die Fachkollegen an den dortigen Einrichtungen arbeiten.

Das Studienkolleg


Zunächst wurde das an die Leibniz Universität angegliederte Studienkolleg besucht, wo die ehemalige Mitarbeiterin am Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft/Fachgebiet Sprachwissenschaft-Mehrsprachigkeit der TU Darmstadt, Frau Dr. Heidi Seifert, die Gruppe freundlich in Empfang nahm und in einer Präsentation das didaktische Konzept der Einrichtung vorstellte.

Das Studienkolleg richtet sich an junge Erwachsene, die in ihrem Heimatland einen Schulabschluss erworben haben, der jedoch in Deutschland nicht als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, sich unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturen des Herkunftslandes und der individuellen Lernbiographien für ein Studium in Deutschland zu qualifizieren. Zielgerichtet werden die Lernenden auf ihre jeweiligen Fachrichtungen vorbereitet, indem sie bereits am Studienkolleg verschiedene Kurstypen besuchen, die unterschiedliche Fächer beinhalten. Sie erlangen jedoch nicht nur Fachsprachenkenntnisse für ihr späteres Studium, sondern erwerben darüber hinaus auch kulturell erforderliche Sozialkompetenzen. Die Ausbildung am niedersächsischen Studienkolleg dauert in der Regel ein Jahr und für die Aufnahme müssen sich die Bewerberinnen und Bewerber einem Aufnahmetest unterziehen. Um gute Chancen auf das Bestehen zu haben, sollten sie mindestens das Sprachniveau B1 erreicht haben.

Vor der Mittagspause erhielten die Besucherinnen und Besucher aus Darmstadt einen Einblick in einen solchen Aufnahmetest und konnten sich so ein detailliertes Bild von den gestellten Anforderungen machen.

Die Schreibwerkstatt


Frisch gestärkt ging es nach einem kleinen Mittagessen auf den Campus der Leibniz Universität, wo den Studierenden aus Darmstadt in der Schreibwerkstatt konkrete Einblicke in die Arbeitsweise der Schreibberaterinnen und Schreibberater gewährt wurden. Ihre Aufgabe ist es, Studierende beim Anfertigen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten von der Planung bis hin zur Überarbeitung zu unterstützen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren neugierig darauf, das Konzept dieser Schreibwerkstatt kennenzulernen und Vergleiche zum SchreibCenter der TU Darmstadt herzustellen.

Das Fachsprachenzentrum


Das 1989 gegründete Fachsprachenzentrum der Leibniz Universität, die letzte Station des Besuches, bietet jedes Semester über 200 Sprachkurse und sonstige Lernangebote für die Studierenden an. Die studienerfolgs- und bedarfsorientierten Lernangebote beinhalten sowohl fachsprachlich als auch allgemeinsprachlich ausgerichtete Kurse. Die Angebote werden durch Befragungen zielgerecht an die jeweiligen Bedürfnisse der Studierenden aus den unterschiedlichen Fakultäten und Studiengängen angepasst.

Der ereignisreiche Tag endete mit einer interessanten Diskussionsrunde mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in der auf die Notwendigkeit der guten und engen Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen und den Sprachenzentren der Universitäten hingewiesen wurde.

Es wurden aber auch Problematiken aufgezeigt, die aus einem zu geringen Stellenwert der Sprachenzentren resultieren. Viele Vertreterinnen und Vertreter der Studienrichtungen sehen die Schwierigkeit ihres Faches in den mathematischen Formeln, naturwissenschaftlichen Modellen oder im gehäuften Auftreten von Fachbegriffen begründet und sehen kaum die Notwendigkeit des Erlernens grundlegender sprachlicher und kultureller Kompetenzen. Dass aber ein gelungener Erkenntnisgewinn in allen wissenschaftlichen Fachrichtungen der Universitäten vor allem sprachliches Verständnis und kulturelles Hintergrundwissen erfordert, sollte jedoch nicht nur Vertreterinnen und Vertretern der Germanistik bekannt sein, sondern allen für Forschung und Lehre Verantwortlichen.

Die große Herausforderung der Sprachzentren für die Zukunft besteht also darin, ihre Relevanz evident zu begründen und durch wissenschaftliche, empirische Studien zu belegen, um im universitären Kontext den Stellenwert zu erlangen, der ihnen zusteht.

(Bericht von Sebastian Zorn; Fotos wurden von Exkursionsteilnehmenden aufgenommen)

Kontakt


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